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Auf den Spuren der “Flandern Rundfahrt”

geschrieben am 20.04.2017

Am 01.04. und 02.04.17 fand die „Rounde van Vlaanderen“, also die Flandern Rundfahrt in Belgien für Amateure und Profis statt. Die Flandern Rundfahrt zählt zu den sogenannten Monumenten im Radsport, die alljährlich vom ersten bis zum vierten Wochenende im April stattfinden und gehört zu den größten Eintagesklassikern. Die Chrarakteristik der Flandern Rundfahrt ist einzigartig. Nur die große Distanz von über 200km lässt sich mit den anderen Eintagesklassikern vergleichen.

 

 Nach eher flachen, windanfälligen 100km in Richtung Oudenaarde wäre man eigentlich schon fast im Ziel, doch dann beginnt das Rennen eigentlich erst richtig, denn es kommen die ersten Kopfsteinpflasterpassagen. Danch ohne große Pausen folgen die ersten sogenannten „Hellingen“ was kurze, aber sehr giftige und steile Anstiege sind, die größtenteils ebenfalls mit Kopfsteinpflaster versehen sind und bis zu 20% Steigung haben. Zwischendurch wird auf kleinen, schmalen und hauptsächlich landwirtschaftlich genutzten Wegen gefahren, immer im näheren Umkeis vom späteren Zielort Oudenaarde. Besondere Höhepunkte und eigentlich jedem interessierten Radsportler ein Begriff sind die Mauer von Geeradsbergen, der Oude Kwaremont,  Koppenberg, Paterberg, Ten Bosse usw. Insgesamt kommen so auf einer Distanz von 238km ca 2200 Höhenmeter zusammen.

 

Es gab für die insgesamt 16000 Amateure Distanzen von 75km, 150km, 200km und 238km zur Auswahl. Jasmin Brauns wählte die 200km und ihr Freund Thorsten Westerholz die 238km Distanz.. Morgens um 7h am Start galt es erstmal 80km bei Gegenwind und Regen vom Startort in Antwerpen in südwestliche Richtung zu überwinden um dann bei einer Streckenteilung getrennt voneinander weiterzufahren. Kurz danach folgten für beide die ersten Kopfsteinpflasterpassagen, gefolgt von den zahlreichen bereits oben erwähnten Hellingen.

 

Etwas Pech hatte Jasmin,die nach dem Überqueren eines Kopfsteinpflasterabschnittes feststellen musste, dass eine Schraube der Lenkerklemmung gebrochen war. Nur notdürftig konnte durch Anziehen der  2. verblieben Schraube die Stabilität wieder hergestellt werden, aber an ein planmäßiges Weiterfahren war aus Sicherheitsgründen nicht zu denken und sie kürzte nach ca 150km zum Ziel ab.   Ohne Panne durchfahren konnte Thorsten, was sicherlich auch etwas Glückssache ist. Er erreichte nach 7Stunden und 45Minuten das Ziel und haderte lediglich mit der Tatsache, niemals eine funktionierende Gruppe gehabt zu haben und so ziemlich alleine im Wind das Rennen absolviert zu haben.

 

Thorsten: „ Die Beine waren bis zum Ende super. Ich hätte aber gerne mein Gesicht gesehen, nachdem ich die ersten Meter auf Kopfsteinpflaster absolviert hatte. Normalerweise wäre ich abgestiegen und hätte nachgesehen, ob an meinem Fahrrad alles noch heile ist. Nur weil ich gesehen habe, dass alle anderen Teilnehmer weiterfahren, dachte ich, dass muss wohl so sein. Man macht sich aber keine Vorstellung, wie das ist, wenn man nicht selber schon mal dort gefahren ist. Alles vibriert, scheppert und man kann nicht mal mehr richtig unverwackelt geradeaus sehen. Im Fernsehen kommt das nicht so rüber. Wahnsinn, dass Rennäder sowas aushalten können. Es war eine unglaubliche Erfahrung und das Kopfsteinpflaster hat nichts mit dem Kopfsteinpflaster zu tun, was man ab und zu bei uns so findet.“ 

 

Am Sonntag war dann noch etwas Sightseeing in Antwerpen angesagt. Morgens war die Vorstellung der Profisteams auf dem großen Marktplatz von Antwerpen. Es war eine unglaubliche Stimmung und die radsportbegeisterten Belgier feierten jeden Radsportler wie Helden. Wenn man diese Stimmung miterlebt hat, versteht man wohl den Ausspruch: „In Flandern schlägt das Herz des Radsports“. Ganz Flandern war auf den Beinen und im Radsportfieber.  Jasmin und Thorsten genossen den Sonntag bei mittlerweile wieder perfekten Frühlingswetter mit belgischen Fritten, Pralinen und exquisiten belgischen Bier. Bei den ca 6400 verbrannten Kalorien vom Samstag kann man sich das erlauben. Da auch noch der amtierende belgische Meister Philiph Gilbert gewann,  war natürlich die Hölle los – unglaublich.